Qualitätsmanagement ISO 9001

Die Bedeutung des Qualitätsmanagement ISO 9001 für Unternehmen

Qualität leitet sich vom lateinischen Wort „qualis“, d.h. „wie beschaffen“ ab – der zumeist positiv besetzte Begriff ist somit prinzipiell wertneutral. Gemäß der ISO 9000 ist Qualität sinngemäß der Grad der Erfüllung vorgegebener Anforderungen. In der QM-Realität werden diese Anforderungen zumeist durch den Kunden gestellt. QM steht für Verbesserungsmaßnahmen eines materiellen oder immateriellen Produktes oder eines Prozesses und da ein Qualitätsmanagementsystem (im folgenden auch als QM-System oder QMS bezeichnet) auf die Anforderungen der Kunden ausgerichtet ist, ist das Qualitätsmanagement einer der Maßstäbe, durch die der Kunde seine Kaufentscheidung trifft. Das QM ist daher ein Faktor, der in intensiver Wechselwirkung mit der Wettbewerbssituation und Leistungsfähigkeit eines Anbieters steht. Qualitätsmanagement ist kein Begriff des „entweder/oder“. Man kann also einer Einheit nicht das Vorhandensein bzw. Fehlen von Qualität oder Qualitätsmanagement attestieren. Es sind vielmehr alle Ausprägungen zwischen „sehr gut“ und „sehr schlecht“ möglich. Es gibt deshalb keine absolute Qualität, sondern Qualität ist vielmehr der Grad bzw. das Ausmaß der Anpassung des Ergebnisses einer Tätigkeit an die vorgegebenen Anforderungen. Sie erhalten auf dieser Seite einen Einstieg und Überblick über das breite Feld Qualitätsmanagement ISO 9001.  Sie erfahren dabei mehr zum Kern der Norm und den Vorteilen eines betrieblichen QM sowie den Rollen (z.B. Qualitätsbeauftragter – QMB) im Unternehmen, welche bei der Umsetzung des QM aktiv sind.


Qualitätsmanagement ISO 9001 – Qualitätsarten

Der Begriff der Qualität bzw. QM ist sehr eng verknüpft mit dem Begriff der Zuverlässigkeit! Die Zuverlässigkeit ist wesentlicher Bestandteil der Qualität und des Qualitätsmanagement ISO 9001 , wenn der zeitliche Aspekt der Nutzung betrachtet wird. Mit Zuverlässigkeit wird das Verhalten einer Einheit während oder auch nach vorgegebenen Zeitspannen unter festgelegten Anwendungsbedingungen bezeichnet, bei langen Zeitspannen das Langzeitverhalten. Prinzipiell kann zwischen zeitpunkt- und zeitdauerbezogener Qualität unterschieden werden.


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Qualitätsmanagement ISO 9001 – in allen Branchen ein Thema

Man sollte aber nicht den Fehler machen und das Thema QM als reines „Theorem“ sehen, welches nur in bestimmten Branchen ein Thema ist. Fakt ist, QM ist im Bereich Produktion und Branchen mit vielen Produktionsstufen schon länger ein Thema. Fakt ist aber auch, dass das Qualitätsmanagement ISO 9001 auch im Dienstleistungssegment immer stärkere Verbreitung findet. Die Verantwortlichen in der Dienstleistung haben erkannt, dass Prozessqualität und „Produkt“-Qualität im Dienstleistungsbereich ebenfalls eine Methode ist, um das eigene Produkt vom Wettbewerber zu differenzieren bzw. durch Prozessqualität Fehlerkosten zu vermeiden. Immer mehr Betriebe im Dienstleistungssektor setzen auf das QM nach Norm DIN EN ISO 9001. Je spezieller die Branche wird, umso spezifischer wird auch die Norm. So verfügen beispielsweise Labore über ein QM System nach ISO 17025, für den Bereich Medizinprodukte gibt es die ISO 13485 und für die Automobilindustrie die IATF 16949. Diese beispielhaft genannten QM Normen leiten sich alle aus der ISO 9001 ab, sind – durch das jeweilige Thema bedingt – aber oftmals spezifischer in den Aussagen und haben erweiterte Anforderungen.

Entwicklung des Qualitätsmanagements ISO 9001
Der Gedanke der Qualität und einer Qualitäts- / Qualitätsmanagementgarantie reicht bis in die Vorgeschichte der Kulturen zurück. Die wesentliche Entwicklung fand jedoch in diesem Jahrhundert statt.

Internes Audit im Qualitätsmanagement ISO 9001
Das interne QM-Audit ist eine Kernforderung der Norm und muss jährlich erfolgen. Ziel dieses Audits ist es das eigene QM-System zu kontrollieren und im Zuge dessen Verbesserungen im Sinne des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) durch zuführen.
>> Hier erhalten Sie mehr Informationen zum ISO 9001 Audit 

Video: Was ist ein Qualitätsmanagementsystem ISO 9001?
Video: Einführung eines QM Systems


Qualitätsmanagement ISO 9001 im Unternehmen

Nachdem Sie mit allgemeinen Informationen zum QM vertraut gemacht wurden, erfahren Sie im folgenden, welchen Nutzen das Qualitätsmanagement bzw. Qualitätsmanagementsysteme Ihrem Unternehmen bieten. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass richtig angewandte QM-Systeme der Weg zum Unternehmenserfolg sind! Gründe für die vermehrte Einführung von Qualitätsmanagementsystemen sind unter anderem:

Kürzere Innovationszyklen bei komplexer werdenden Produkten:
Die Nachahmung durch Mitbewerber sowie die Nachfrage nach anspruchsvollen u. individuellen Problemlösungen nimmt zu.

Änderung des Kundenverhaltens:
Der individualistische, serviceorientierte Kundentyp wird anspruchsvoller und kritischer.

Kostendruck:
Viele Gegner setzen auf Kostenreduzierung und Preiswettbewerb.

Die Struktur eines QMS ist ursächlich verbunden mit der Struktur eines Unternehmens. Die Unternehmensstruktur muss sich den jeweils aktuellen Heraus-forderungen seiner Märkte stellen, die zukünftig immer kürzeren und turbulenteren Veränderungen unterliegen werden. Aus organisationstheoretischer Sicht ermöglichen prozessbezogene Organisationsstrukturen die erforderliche Anpassbarkeit des Unternehmens, um dauerhaft kundenindividuelle und global verfügbare Leistungen und Produkte von hoher Qualität anbieten zu können. Dementsprechend müssen Qualitätsmanagementsysteme in der Lage sein, die Aufbauorganisation und die Ablauforganisation und deren Wechselbeziehungen abzubilden. QM-Systeme, die diese Forderung erfüllen, werden als prozessorientierte Qualitätsmanagementsysteme nach ISO 9001 bezeichnet.

Was können Unternehmen tun?

Nutzen Sie Ihre Chancen und stellen Sie Ihren Kunden in den Mittelpunkt Ihres Wirkens!
Aus Kundensicht entscheidet nicht nur die objektiv erbrachte „bedingungsgemäße“ Vertragserfüllung, sondern der erlebte Service, d.h. die subjektiv wahrgenommene Servicequalität. Bei gleichen (Produkt-)Merkmalen und gleichem Preis-Leistungs-Verhältnis dominieren die Kaufentscheidung gerade bei immateriellen Produkten, Werte wie Vertrauen, Freundlichkeit, Zuverlässigkeit. Gewinnen werden die Unternehmen, die sich durch ihr QM in diesem Bereich Alleinstellungsmerkmale zur Kundenbindung gegenüber den Mitbewerbern schaffen. Dadurch, dass Qualitätsmerkmale mit ökonomischen und rechtlichen Forderungen abgestimmt werden müssen, entsprechen sie nicht immer in vollem Umfang den Kundenforderungen. Die Kunst besteht, die Kundenforderungen und die ökonomisch / rechtlichen Forderungen miteinander in Einklang zu bringen. Die Literatur bietet den Unternehmensführungen eine Fülle von Lösungsansätzen an.


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Nutzenpotenziale des Qualitätsmanagement ISO 9001

Neu am Qualitätsmanagement ISO 9001 ist die noch konsequentere unternehmensübergreifende und kundenorientierte Sichtweise, die durch laufende Rückkopplung zwischen Kundenerwartungen einerseits und der kontinuierlichen Verbesserung der Geschäftsprozesse und Produkte andererseits erhebliche Nutzenpotenziale erschließt. Unter dem Aspekt des umfassenden Qualitätsmanagement ISO 9001 ist die ständige Qualitätsverbesserung eine Aufgabe, die die Geschäftsleitung als Unternehmensziel vorgeben und verantworten muss. Qualität wird strategisches Unternehmensziel.

Die Nutzenpotenziale des Qualitätsmanagement ISO 9001 ergeben sich hauptsächlich aus folgenden Bereichen:

  • Erträge aus geringerer Kundenfluktuation durch größere Kundenzufriedenheit, denn es kostet erheblich mehr, einen neuen Kunden zu gewinnen als einen bestehenden Kunden zu halten
  • Erzielen von höheren Umsätzen und Erträgen mit Stammkunden (Cross Selling)
  • Empfehlungen zufriedener Kunden bringen zusätzliche Neukunden und Erträge
  • Kosteneinsparungen werden durch Verbesserung der Effizienz und Effektivität der Geschäftsprozesse sowie geringere qualitätsbezogene Kosten bzw. Fehlerkosten erzielt und schaffen zusätzliche Investitionsfreiräume für weitere Verbesserung der Servicequalität.  

Qualitätsmanagement ISO 9001 kann nur erfolgreich sein, wenn die obersten Führungsebenen sich sichtbar, überzeugend und dauerhaft dafür engagieren. Das Qualitätsmanagement ISO 9001 ist kein Projekt mit definiertem Anfangs- und Endtermin, bei dem kurzfristige Erfolge erzielt werden können, sondern ein permanenter Prozess, der von jedem einzelnen in seinem Verantwortungsbereich als Erfolgspotenzial erkannt, ernst genommen und täglich überzeugend gelebt werden muss. 


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Qualitätsmanagement Norm DIN EN ISO 9001

In den 60er Jahren wurde erkannt, dass der Bedarf besteht, die regional und thematisch unterschiedlichen Anforderungen in einer weltweit anerkannten Rahmenempfehlung für die Ausgestaltung eines Qualitätsmanagement Systems zu vereinheitlichen. Nach dem Scheitern einer eigenen deutschen Norm, die im Jahre 1979 erschienen ist und sich in der Industrie nicht durchsetzen konnte und deren Entwurf schließlich zurückgezogen wurde, erschien 1987 die ISO 9000ff-Serie in deutscher Sprache. Die Normenreihe wurde sehr skeptisch aufgenommen. Erst die Harmonisierungsbewegungen im Rahmen der EU führten zu einer breiteren Akzeptanz der Norm. Bis zur Herausgabe der ersten ISO 9000ff, bzw. der aktuell gültigen Fassung der DIN EN ISO 9001 wurden viele Meilensteine durchlaufen. Durch den historischen Hintergrund der Interpretation von Qualität, dass Qualität immer gleichzusetzen ist mit Produktqualität, wurde oder wird noch immer die ISO 9000ff, teilweise missverstanden.

Grundsätzlich gilt:
Die Einhaltung der Norm ist kein direkter Nachweis für die Erfüllung der Qualitätsforderung durch das Produkt bzw. die Dienstleistung. Vielmehr ist die DIN EN ISO 9000ff ein Modell zur Darlegung der Qualitätsmanagementsysteme . Es soll die Fähigkeit einer Organisation darstellen, die in der Norm festgelegten Mindestanforderungen an ein QM System erfüllen zu können. Das Vertrauen beim Kunden bezüglich dieser Fähigkeit kann durch Darlegung des QMS gegenüber dem Kunden gebildet werden. Dies kann unter anderem auch durch ein Zertifikat DIN EN ISO 9001, das durch eine akkreditierte Zertifizierungsstelle vergeben wird, erfolgen.


Die Hauptkapitel der Norm ISO 9001 für Ihr Qualitätsmanagementsystem

Die aktuelle Fassung der Norm orientiert sich an der High Level Structure HLS und besteht aus zehn Hauptkapiteln, die Ihnen im folgenden Abschnitt kurz vorgestellt werden.

Kapitel 1: Anwendungsbereich
Kapitel 2:  Normative Verweise
Kapitel 3:  Begriffe
Kapitel 4:  Kontext der Organisation
Kapitel 5:  Führung
Kapitel 6:  Planung
Kapitel 7:  Unterstützung
Kapitel 8:  Betrieb
Kapitel 9:  Bewertung der Leistung
Kapitel 10: Verbesserung

Damit ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 in der Praxis funktioniert, ist sehr darauf zu achten, dass ein betrieblicher „Maßanzug“ geschneidert wird, in dem sich die Mitarbeiter zurechtfinden und den sie mit Leben füllen können, was zu gewichtigen Vorteilen führt:

  • Frühzeitiges Erkennen von Fehlern, Schwachstellen und Unzulänglichkeiten
  • Vereinfachung der Einweisung von neuen oder versetzten Mitarbeitern in festgelegte Abläufe und Verfahren
  • Verbesserung der Zusammenarbeit durch geklärte Zuständigkeiten
  • Vermeidung von Doppelarbeit
  • Richtige Zuordnung der Qualitätsprüfungen durch Festlegung der erforderlichen Prüfmaßnahmen an der zweckmäßigsten Stelle im Ablaufverfahren
  • Voraussetzung für eine Anerkennung / Zertifizierung des QM Systems
  • Nachweis der Wahrnehmung der unternehmerischen Sorgfaltspflicht in Haftungsfragen

Video: Die High Level Structure ISO 9001
Video: Der PDCA Zyklus


Kernnormen der Qualitätsmanagement ISO 9001 Familie

Die drei Kernnormen der ISO 9001 Familie sind die ISO 9000, die ISO 9001 und die ISO 9004. Was genau hinter diesen drei Normen steht, erfahren Sie im Folgenden.

Qualitätsmanagement ISO 9000 – Grundlagen und Begriffe
Diese Norm erläutert grundlegende Qualitätskonzepte und definiert wichtige Begriffe der Qualitätssicherung und des Qualitätsmanagements. DIN EN ISO 9000 ist keine Nachweisstufe für Qualitätsmanagementsysteme, sondern wird in Verbindung mit einer anderen Qualitätsmanagement Norm genutzt. Sie gibt neben Definitionen auch Anleitungen zur Anpassung der Forderungen bezüglich Darlegungsumfang und -grad.

Qualitätsmanagement ISO 9001 – Forderungen
Die Qualitätsmanagement Norm legt die Mindestanforderungen an ein QM-System fest, denen ein Unternehmen zu genügen hat, um Produkte und Dienstleistungen, den Kundenanforderungen und behördlichen Anforderungen entsprechend, bereitstellen zu können. Des Weiteren unterliegt das Qualitätsmanagementsystem dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Die Einführung eines QM-Systems ist eine strategische Entscheidung eines Unternehmens in Richtung Kundenorientierung und schafft einen entsprechenden Wettbewerbsvorteil.

Qualitätsmanagement  ISO 9004 – Leitfaden zur Leistungsverbesserung
Diese Norm ist ein Leitfaden zum Aufbau eines betrieblichen Qualitätsmanagementsystems und wird im Zusammenhang mit der Nachweisstufe DIN EN ISO 9001 angewandt. Sie gibt Hilfestellung bei der Interpretation verschiedener Begriffe und Ratschläge für die Umsetzung der abstrakten und allgemein gehaltenen Normbegriffe. Der Leitfaden DIN EN ISO 9004 betrachtet dabei sowohl die Wirksamkeit als auch die Effizienz des Qualitätsmanagementsystems. Die DIN EN ISO 9004 beinhaltet Anleitungen zur Ausrichtung eines Unternehmens in Richtung Total-Quality-Management (TQM), ist jedoch keine Zertifizierungsgrundlage. ISO 9001 und ISO 9004 werden als „zusammengehöriges Normenpaar“ bezeichnet.


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Die 7 Grundsätze des Qualitätsmanagement gem. ISO 9000

Die Normenreihe ISO 9000ff zeigt sehr viel deutlicher als früher, dass die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems nicht nur bedeutet, auf dem Papier die Normenanforderungen zu erfüllen, sondern vor allem eine strategische Entscheidung der Unternehmensleitung darstellt. Die Norm basiert auf 7 Qualitätsmanagement Grundsätzen, die als Eckpfeiler bzw. Leitlinien für das Handeln des Managements gesehen werden können:

  • Kundenorientierung
  • Führung
  • Engagement von Personen
  • Prozessorientierter Ansatz
  • Verbesserung
  • Faktengestützte Entscheidungsfindung
  • Beziehungsmanagement

Diese Qualitätsmanagement Grundsätze werden wir im Folgenden skizzieren.


Kundenorientierung im Qualitätsmanagement ISO 9001

Die Kundenorientierung besitzt im Qualitätsmanagement eine herausragende Bedeutung. Organisationen müssen die aktuellen und zukünftigen Wünsche und Erwartungen ihrer Kunden sowie relevanter interessierter Parteien ermitteln und bewerten, ob sie die Fähigkeit zu deren Erfüllung besitzen. Organisationen sollen danach streben, die Erwartungen der Kunden zu übertreffen. Nach der Erbringung der Leistung soll die Wahrnehmung der Kunden ermittelt und deren Zufriedenheit bewertet werden. Die Kundenorientierung soll die Kundenbindung stärken und eine schnellere Anpassung des Unternehmens an die sich verändernden Anforderungen von Kunden ermöglichen. Der erweiterte Begriff des „Kunden“ meint nicht mehr ausschließlich die Endabnehmer des Produktes oder der Dienstleistung, sondern auch interne und externe Abnehmer von Teilleistungen, wie Mitarbeiter, Eigentümer, Lieferanten, Geldgeber.  Hauptvorteile der Kundenorientierung sind:

  • Steigerung des Ansehens (Image) der Organisation
  • Höhere Kundenbindung und größerer Kundenstamm
  • Steigerung von Marktanteil, Umsatz, Folgegeschäften und damit Einnahmen

Video: Was ist Qualität?
Video: Aufgaben des Qualitätsmanagementbeauftragten ISO 9001


Führung im Qualitätsmanagement ISO 9001

Wird ein Qualitätsmanagement im Unternehmen eingeführt, hat die Unternehmensleitung ein Steuerungsinstrument an der Hand. Es ist deshalb klar Führungsaufgabe, ein QM-System aufrechtzuerhalten und strategisch weiterzuentwickeln. Die oberste Leitung muss selbst aktiv werden und das System auf den Unternehmenszweck im Allgemeinen (wie gemeinsame Werte, Leitbild, Ethik) und auf die jeweiligen kurz-, mittel- und langfristigen Ziele im Detail ausrichten. Die oberste Leitung sollte für alles aktiv die Rechenschaftspflicht übernehmen. Durch diesen QM-Grundsatz wird die Kultur des Vertrauens und der gemeinsamen Verpflichtung gefördert. Da alle Beteiligten ihr Handeln auf die vorgegebene Richtung fokussieren können, werden die Unternehmensziele effektiver und effizienter erreicht. Voraussetzung ist, dass die Mitarbeiter mit den erforderlichen Ressourcen, der Kompetenz und den nötigen Befugnissen ausgestattet werden. Die damit verbundene Handlungsfähigkeit trägt zu einer höheren Mitarbeitermotivation bei. Weiterhin ist die Vorbildfunktion der Führungskräfte aller Ebenen ein entscheidender Faktor zum Erfolg. Hauptvorteile dieses Qm Grundsatzes sind:

  • Verbesserung der Prozesse der Organisation durch bessere Koordination
  • Kommunikationsverbesserung zwischen den Bereichen und Funktionen
  • Steigerung der Wirksamkeit und Effizienz bei der Durchführung von Maßnahmen zur Zielerreichung

Engagement von Personen als Qualitätsmanagement Grundsatz

Auf allen Ebenen machen Personen bzw. Mitarbeiter das Wesen eines Unternehmens aus und deren vollständige Einbeziehung ermöglicht, alle vorhandenen Fähigkeiten zum Nutzen des Unternehmens einzusetzen. Um die kurz-, mittel- und langfristigen Ziele zu erreichen, ist jeder einzelne Mitarbeiter mit seinen spezifischen Fähigkeiten und Fertigkeiten ausschlaggebend. Deshalb sollte eine Unternehmenskultur geschaffen werden, die darauf abzielt, alle Mitarbeiter entsprechend ihren Möglichkeiten einzubeziehen und den Wert der einzelnen Personen zu schätzen. Diese Einbeziehung der Mitarbeiter in  die unternehmerische Prozesse steigert die Motivation sowie Engagement und das Vertrauen der Menschen in das Unternehmen. Letztendlich sind zufriedene Mitarbeiter eher bereit, Verantwortung zu übernehmen und beteiligen sich aktiv an Verbesserungsprozessen. Voraussetzung für die Umsetzung dieses Grundsatzes ist die Förderung von Kompetenz und Befähigung. Die Vorteile, die Unternehmen vom Engagement von Personen haben:

  • Zufriedeneres Personal
  • Gesteigertes Vertrauen und bessere Zusammenarbeit
  • Höhere Beteiligung des Personals an Verbesserungstätigkeiten
  • Verständnis der Qualitätsziele und gesteigerte Motivation diese zu erreichen

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Ausbildung:
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Prozessorientierter Ansatz im Qualitätsmanagement ISO 9001

Das Qualitätsmanagementsystem soll die tatsächlichen und momentan beste Möglichkeit der betrieblichen Abläufe abbilden. Ein erwünschtes Ergebnis lässt sich effizienter erreichen, wenn zusammengehörige Tätigkeiten und dazugehörige Ressourcen als Prozess geleitet und gelenkt werden. Um diesem Kernziel des Qualitätsmanagements, der Sicherstellung eines gleichartigen und reproduzierbaren Qualitätsstandards, gerecht zu werden, sollten die Unternehmensprozesse festgelegt sein. Die Prozessorientierung schafft weiterhin eine höhere Transparenz, was dazu führt, dass der Ressourceneinsatz optimiert werden kann, potenzielle Fehlerquellen identifizierbar sind und im Ergebnis die qualitätsbezogenen Kosten optimiert werden. Das Erkennen, Verstehen, Leiten und Lenken des Gesamtsystems mit seinen Prozessen, ist die Voraussetzung für die Wirksamkeit und Effizienz des Unternehmens beim Erreichen seiner Ziele. Durch den prozessorientierten Ansatz profitieren Unternehmen von folgenden Vorteilen:

  • Erzielung beständiger und vorhersehbarer Ergebnisse durch das QM-System
  • Reduzierung von Abteilungsbarrieren, bessere Steuerung der Prozesse, optimierte Leistung, effiziente Nutzung der vorhandenen Ressourcen
  • Ausrichtung auf Schlüsselprozesse

Verbesserung als QM Grundsatz

Die ständige Verbesserung ist die Voraussetzung für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung. Die Veränderung interner und externer Rahmenbedingungen nehmen erfolgreiche Unternehmen als Chance wahr und verbessern daraufhin ihre Prozesse, was in der Konsequenz zu besseren Produkten und/oder Dienstleistungen führt. Einmal implementierte Prozesse sollten regelmäßig in Frage gestellt und an den sich verändernden Kundenanforderungen ausgerichtet werden. Verbesserungsbedarfe können sich aber auch aus den Erfahrungen und Detailkenntnissen der Mitarbeiter ergeben, die beispielsweise auf Fehlerrisiken hinweisen. Bei konsequenter Umsetzung des Grundsatzes der Verbesserung kann das Leistungspotenzial eines Unternehmens signifikant erhöht werden. Dies zeigt sich im Unternehmen in der Verbesserung der Fähigkeiten durch Optimierung der Wirkleistung, Minimierung von Schein- und Blindleistung sowie Eliminierung von Fehlleistung (z.B. Ausschuss). Der Verbesserungsprozess ist durch ein schrittweises Vorgehen im Sinne des PDCA Zyklus definiert. Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitern oder Arbeitsgruppen werden im Kaizen eingefordert. Die Vorschläge werden auf Nutzbarkeit geprüft und bewertet, um sie bei positiver Gesamtbeurteilung in die Unternehmensprozesse zu übernehmen.

Es ergibt sich ein ständiger Zyklus von Planung, Tätigkeit, Kontrolle und Verbesserung: Der PDCA Zyklus.
Dadurch sollen sämtliche Vorgänge im Unternehmen ständig analysiert und verbessert werden. Vorteile, die Unternehmen aus diesem Qualitätsmanagement Grundsatz ziehen sind:

  • Bessere Fähigkeit zur Handhabung interner und externer Risiken
  • Fokus auf die Bestimmung der Ursachen und Korrekturmaßnahmen
  • Höhere Prozessleistung und „lessons learned“ durch bessere Information
  • Motivation durch Verbesserungserfolg

Qualitätsmanagement Grundsatz der Faktengestützten Entscheidungsfindung

Wirksame Entscheidungen beruhen auf der Analyse und der Auswertung von Daten und Informationen (Zahlen, Daten, Fakten = ZDF statt Alle Reden Durcheinander = ARD). Nur so ist sichergestellt, dass alle relevanten Aspekte Eingang in die Unternehmensentscheidung finden. Die aktive Steuerung eines Managementsystems aufgrund von Fakten hilft, die Zusammenhänge von Ursache und Wirkung sowie daraus resultierende Folgen zu verstehen. Die Aussagen von Zahlen, Daten und Fakten können mit intuitiven Entscheidungen verglichen werden, um ein tragfähiges Ergebnis zu erhalten. Wichtig ist weiterhin die Aufzeichnung der Entscheidungsgrundlagen, um rückblickend eine Bewertung der Wirksamkeit bestimmter Maßnahmen durchführen zu können. Hieraus ergeben sich folgende Vorteile:

  • Optimierung des Prozesses der Entscheidungsfindung
  • Besseres Erkennen der Wirksamkeit bereits getroffener Entscheidungen
  • Genauere Bewertung der Leistung
  • Bessere Wirksamkeit und Effizienz betrieblicher Maßnahmen

Beziehungsmanagement im Qualitätsmanagement gem. ISO 9001

Eine Organisation steht in Wechselbeziehungen mit allen ihren relevanten Interessenspartnern. Das Verständnis dieser Wechselbeziehungen hat einen unmittelbaren Einfluss auf die Leistungsfähigkeit und den Erfolg des Unternehmens. Es ist deshalb erfolgsentscheidend, diese Wechselbeziehungen zu erfassen und bewusst zu steuern und zu lenken. Mit der Erfüllung dieses Qualitätsmanagement Grundsatzes steigt das Vertrauen zwischen dem Unternehmen und seinen interessierten Parteien. Das Ergebnis ist eine langfristige, ungestörte und partnerschaftliche Zusammenarbeit (z.B. durch langfristige Kooperationen mit Lieferanten). Eine klare und offene Kommunikation, der verstärkten Wissenstransfer, die Verringerung von Kontrollen und das gemeinsame Vorantreiben von Neuentwicklungen schafft Beziehungen zum gegenseitigen Nutzen. Im Ergebnis sinken die Kosten und der Verbrauch an Ressourcen. Unternehmen profitieren dabei von:

  • Bessere Leistung durch richtiges Reagieren auf Möglichkeiten
  • Gleiches Verständnis (Werte, Ziele)
  • Gemeinsame Nutzung von Ressourcen und Risikosteuerung
  • Gut geführte und stabile Lieferkette

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