Ishikawa Diagramm

Übersicht über das Ursache-Wirkungs-Diagramm

Bei der Umsetzung und Durchführung eines Qualitätsmanagementsystem erfreut sich das Ishikawadiagramm mittlerweile großer Beliebtheit. Mit dem Ishikawadiagramm lassen sich Problemursachen aufspüren. Zu einem besonders wichtigen Werkzeug der Arbeit im Qualitätsmanagement wird es durch die Ursachenanalyse, die mehrfach durchgeführt wird und so eine intensive Betrachtung und Auseinandersetzung mit der Problemursache erlaubt. Das Ishikawadiagramm ist ein Bestandteil der Q7 (sieben Qualitätswerkzeuge), die alle konzipiert wurden um die Visualisierung von Problemen zu erleichtern und somit eine bessere und effektivere Lösungsfindung zu unterstützen. Die sieben Qualitätswerkzeuge lassen sich in zwei Kategorien unterteilen:

• Fehlererfassung mit Fehlersammelliste, Histogramm und Qualitätsregelkarte
• Fehleranalyse mit Brainstorming, Korrelationsdiagramm, Pareto-Diagamm und Ursache-Wirkungs-Diagramm

Das Ishikawadiagramm wird meist der Arbeit mit dem Pareto-Diagramm nachgelagert, um mögliche Lösungen für erfasste Kernprobleme ermitteln zu können.

Anwendung und Nutzen des Ishikawadiagramm

Das Ursache-Wirkungs-Diagramm wurde für den Bereich Qualitätsmanagement konzipiert, wird aber heute auch in vielen anderen Bereichen genutzt, um auch hier bei der Problemerkennung und -lösung zum Einsatz zu kommen. Diese Beliebtheit und vielfältige Einsatzweise geht auf die grundlegende Arbeitsweise des Ishikawadiagramms zurück. Im Gegensatz zu weit verbreiteten Schnellanalysen, die nur offensichtliche Problemlösungen berücksichtigen, versucht das Ursache-Wirkungs-Diagrammtiefergehende Alternativlösungen aufzudecken und eignet sich somit bestens als Werkzeug für die nachhaltige Problemlösung auf vielen Gebieten.

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Ursachengruppen

Die erste Struktur zur Problembetrachtung ergibt sich aus der Einteilung möglicher Probleme in fünf Ursachendimensionen. Dies führt dazu, dass alle am Problemlösungsprozess beteiligten in die Lage versetzt werden jede Ursache eines Problems oder Zustands in seine Teil- und Nebenursachen zu zerlegen. So lässt sich Schritt für Schritt eine Optimierung voranbringen, die nicht nur eine einzelne Größe beachtet, sondern versucht an verschiedenen Stellen und Mechanismen anzusetzen. Dabei werden folgende Ursachendimensionen unterschieden:

Mensch:
beteiligte Personen, die z.B. aufgrund mangelnder Kenntnisse zur Ursache eines Problems werden können

Maschinen:
alle Arbeitsmittel, wie Werkzeuge, Anlagen usw. die für das Problem verantwortlich sein können

Methoden:
alle Probleme, die durch Abläufe, Organisation und verfahren ausgelöst werden können

Material:
im Produktionsprozess eingesetzte Ressourcen, die zu Problemen führen können

Umwelt:
alle externen Einflüsse wie z. B. Kunden, Gesetze oder der Markt, die ursächlich sein können

Diese Dimensionen bzw. Kernursachen werden in das Ishikawadiagramm, in Form von Fischgräten, eingezeichnet. Daher stammt auch die alternative Bezeichnung Fischgrätendiagramm.

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Suche nach Ursache und Wirkung in Teamarbeit

Die Grundidee des Ishikawadiagramm ist die Sammlung des Wissens aller an der Problemlösung Beteiligter. So kommt es zu einer Bündelung von Expertenwissen aus den verschiedensten Bereichen, die alle mit dem Gesamtproblem zusammenhängen. Dies führt dazu, dass bei der Lösungsfindung ein Maximum an Einflussfaktoren beachtet wird. Durch Brainstorming wird so ein Konsens über die möglichen Problemursachen hergestellt und eine fundierte Bewertung des Problems vorgenommen. Natürlich ist es notwendig die im Ursache-Wirkungs-Diagramm eingetragenen Daten in der Praxis zu überprüfen, da es sich hierbei um Ergebnisse handelt, die auf Vermutungen der Teammitglieder beruhen.

Anwendung des Ursache-Wirkungs-Diagramms

Das Ishikawa-Diagramm wird oft im Anschluss an eine Pareto-Analyse durchgeführt, um mögliche Ursachen für die identifizierten Hauptprobleme zu ermitteln. Die Methode kann sowohl im Produktionsbereich als auch in der Dienstleistung eingesetzt werden. Sie ermöglicht eine genauere und strukturierte Analyse aller Arten von Problemen. Die Methode ist sowohl im Team als auch alleine anwendbar, sie stellt eine Form eines gesteuerten Brainstormings dar. Das Ishikawadiagramm sollte großflächig und für alle Teammitglieder sichtbar erstellt werden. Hierzu eignen sich große Flipcharts oder Wandtafeln. Der Vorteil zum „normalen“ Brainstorming liegt darin, dass mögliche Einflussbereiche genannt werden, an denen sich die Teilnehmer bei der Ursachenfindung orientieren können. Die Ergebnisse eines Ursache-Wirkungs-Diagramms liefern nicht zwangsläufig die tatsächliche Ursache der beispielsweise durch die Pareto-Analyse identifizierten Probleme, sie bilden die Vermutungen der Teilnehmer ab.

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Schritt 1: Kernproblem definieren

Zuerst muss das Kernproblem definiert werden. Eine effektive Problemlösung ist nur möglich, wenn sich alle Beteiligten über Definition und Formulierung des Problems einig sind. Das fördert das Verständnis und sorgt somit für eine intensivere Auseinandersetzung der Teammitglieder mit der betroffenen Materie. Die genau abgestimmte Definition stellt den Fischkopf des Ishikawadiagramm dar.

Schritt 2: Ursachendimensionen in das Ishikawadiagramm eintragen

In diesem Schritt werden die fünf Ursachendimensionen in das Ursache-Wirkungs-Diagramm eingezeichnet. Wichtig ist es hierbei die Dimensionen genau auf die betreffende Situation zu „übersetzen“, um das Verständnis der Ursachen zu erhöhen. So ist z. B. bei der Dimension Mensch zu unterscheiden, welcher Gruppe die jeweilige Person angehört. So gehen vom Kunden andere Wirkungen aus, als vom Lieferanten. Je nach Art der Problemstellung oder dem Einsatzbereich können noch weitere Ursachendimensionen als Fischgräten für das Ishikawadiagramm formuliert werden:

Management:
Führungskräfte und -strukturen, die Probleme verursachen können

Messung:
durch Messfehler entstandene Probleme

Schritt 3: Einzel- und Nebenursachen hinzufügen

Im Ishikawadiagramm werden jetzt zu jeder einzelnen Ursachendimension die zugehörigen Einzel- und Nebenursachen hinzugefügt. Im Laufe der Erstellung des Diagramms kommt es hierbei zu wiederholtem Fragen nach den Ursachen. Jedes Problem und die dazugehörigen Ursachen werden mehrmals durchexerziert und hinterfragt. Dadurch kommt es zu einer größeren Denk- und Bearbeitungstiefe als bei einem einfachen Ursache-Wirkungs-Diagramm und zu besseren Ergebnissen bei der späteren Erstellung einer Problemlösungsstrategie. So wird die Hauptursache mindestens drei bis fünf Mal durchgespielt und alle genannten Ursachen finden Eingang in das Ursache-Wirkungs-Diagramm. So kommt es zu einer höheren Wahrscheinlichkeit die tatsächliche Ursache unter den Genannten tatsächlich zu finden. Der Moderator sollte in dieser Phase darauf achten, dass keinerlei Vermutungen wegfallen oder durch Bewertungen an Plausibilität verlieren, bevor sie nicht Eingang ins Ishikawadiagramm gefunden haben.

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Schritt 4: Ursachen klassifizieren

In diesem Schritt werden die gesammelten Ursachen klassifiziert. Dies dient der Setzung von Prioritäten, um einen besseren Überblick zu erhalten. Die Vielzahl an gefunden Ursachen wird nun nach der Stärke des Einflusses auf die problematische Wirkung hin gestaffelt. Hierbei wird nach starkem, mittlerem und schwachem Einfluss auf die Wirkung unterschieden. Jede Ursache wird im Ursache-Wirkungs-Diagramm entsprechend ihrer Wirkung hervorgehoben und markiert. Anschließend konzentriert sich das Team auf die Ursachen mit starkem Einfluss auf die Wirkung. Die anderen Ursachen des Ishikawadiagramm finden vorerst keine Beachtung. Bei der Betrachtung des Diagramms und der Ursachen mit starkem Einfluss sollte besonders darauf geachtet werden, ob es zu einer Häufung bestimmter Ursachen kommt, da dies ein Hinweis auf eine systematische Hauptursache sein könnte.

Schritt 5: Auf tatsächliche Ursächlichkeit überprüfen

Alle mit Hilfe vom Ursache-Wirkungs-Diagramm eingegrenzten Ursachen werden nun auf ihre tatsächliche Ursächlichkeit hin überprüft. Hierzu kann man sich Tests, Experimente oder Experten zu Nutze machen. Statistische Methoden, wie z. B. Signifikanztests zur Überprüfung von Hypothesen können hier zum Einsatz kommen. Nach der Ursachenprüfung sollte das Team sich noch mal mit dem gesamten Ishikawadiagramm befassen, um so eventuell bisher nicht beachtete Ansätze und Zusammenhänge entdecken zu können.

Schritt 6: Maßnahmen erarbeiten

Mit dem fertigen Ishikawadiagramm liegt nun ein vollständiges Ursache-Wirkungs-Diagramm vor, dass auf Basis von Ursachedimensionen, Haupt- und Nebenursachen entstanden ist. Darauf aufbauend kommt es nun zur Erarbeitung von Maßnahmen zur Behebung des Problems. Diese Maßnahmen werden in Maßnahmenpläne aufgenommen, die zur langfristigen Korrektur des Problems oder zur Festschreibung von präventiven Vorgehensweisen zur zukünftigen Verhinderung des Problems erstellt werden. Alle entwickelten Maßnahmen müssen nun noch im Hinblick auf Qualität, Kosten, Einführungsdauer und weitere Vor- bzw. Nachteile bewertet werden. Diese Maßnahmenpläne führen dann zur Ermittlung einer optimalen Lösung des Gesamtproblems.

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