Kontinuierlicher Verbesserungsprozess

Einführung vom KVP Prozess im Unternehmen

Die Einführung des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) im Unternehmen kann ohne die entsprechende Schulung der Mitarbeiter ganz schnell schief gehen. Denn willkürlich erfundene Interpretationen, wie „Kennzahlen-Verbote-Palaver“ oder „Kein-Vernünftiger-Plan“ fördern nicht gerade die Motivation der Mitarbeiter. Das ist jedoch vergleichsweise harmlos, wenn man sich die Äußerungen einiger Betriebsräte ansieht. Da herrscht oft die Meinung, dass zu den Auswirkungen des KVP Prozesses an erster Stelle der Personalabbau und an zweiter die Arbeitsverdichtung zählen. Solche negativen Aussagen können niederschmetternd für den Wunsch der Einführung eines KVP Prozesses im Unternehmen sein. Es geht jedoch auch anders. Wie Ihr Unternehmen mit samt allen Mitarbeitern vom KVP Prozess profitiert und wie Sie diesen erfolgreich in Ihrer Organisation einführen, wird nun im Folgenden erläutert.

Vorteile der Einführung vom KVP Prozess

Die individuellen Gründe einer Organisation zur Einführung KVP Prozess mögen vielfältig sein. Einen Punkt haben jedoch alle Unternehmen und Branchen gemeinsam: sie möchten am Markt bestehen bleiben und ihre Kunden stets zufrieden wissen. Da aber sowohl die Nachfrage auf dem Markt als auch die Kundenanforderungen im stetigen Wandel sind, muss sich ein Unternehmen laufend weiterentwickeln und sich durch den kontinuierlichen Verbesserungsprozess an die jeweiligen Verhältnisse anpassen. Ohne eine solche Anpassung an die sich ständig wandelnden Markt-, Kunden-, und teils auch Gesetzanforderungen verliert das Unternehmen nach und nach an Konkurrenzfähigkeit – was für das eine oder andere Unternehmen schon bald das Aus bedeuten könnte.


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Wie funktioniert der Kontinuierliche Verbesserungsprozess?

Wenn man es ganz simpel ausdrücken möchte: die Mitarbeiter eines Unternehmens beschreiben alle aufkommenden Probleme bei den täglichen Arbeitsabläufen und suchen nach Lösungen. Um das Ganze jedoch mit System anzugehen, bedarf es einer entsprechenden Organisation:

Intuitiver Ansatz:
Mitarbeiter halten alle Probleme und Fehler in der alltäglichen Praxis fest.

Beobachtender Ansatz:
Projekt Teams prüfen regelmäßig sämtliche Abteilungen auf Verschwendungen, mögliche Überlastungen oder Unausgeglichenheit.

Analytischer Ansatz:
Die „mitlaufende“ systematische Analyse der Arbeitsabläufe nach Daten, Zahlen und Fakten lässt mögliche Ansatzpunkte erkennen.

Video: KVP erfolgreich im Unternehmen einführen
Video: Was ist KVP/Kaizen?


Die Phasen der Einführung vom Kontinuierlichen Verbesserungsprozess

Erfahren Sie im Folgenden, wie die KVP Einführung im Unternehmen abläuft. Die drei Phasen „Startphase, Integrationsphase und Stabilisierungsphase“ werden hier näher erklärt.

Die Startphase zur KVP Einführung im Unternehmen
Die Einführung des KVP sollte mit einem Kickoff Meeting beginnen. Die oberste Leitung hat die Aufgabe, alle Führungskräfte, den Betriebsrat und die Mitarbeiter in die Grundsätze des Verbesserungsprozesses einzuführen. Die nächsten Schritte sehen dann wie folgt aus:

  • Es müssen Moderatoren und Koordinatoren für den KVP Prozess ernannt werden
  • Die Motivatoren und Koordinatoren müssen entsprechend geschult werden; Einführung in die Grundlagen, Problemlösungsmethoden und -Werkzeuge, Moderation

Die Integrationsphase zum KVP Prozess
„Überlege jeden Tag, wo du etwas noch besser machen kannst.“ Dies ist der Grundgedanke des KVP. Dazu zählt beispielsweise die Überprüfung der Unternehmenskultur. Die Führungskräfte sollten prüfen, inwieweit sie dazu bereit sind, die Mit-Arbeiter tatsächlich zu Mit-Denkern zu machen. Aufgaben müssen an Mitarbeiter weitergegeben werden und es muss akzeptiert werden, dass der jeweilige Beauftragte es womöglich anders erledigt, als man es selbst getan hätte. In dieser Integrationsphase der KVP Prozess Einführung ist ein Training „on-the-job“ von Vorteil. Weitere Maßnahmen sind:

  • Beobachtung der täglichen Prozessabläufe (Suche nach Verschwendungen, Überlastungen etc.) oder analytische Maßnahmen, wie bspw. 5S-Methoden
  • Grundschulung weiterer KVP-Moderatoren
  • Weiterbildungen für Moderatoren und Koordinatoren (Vertiefung der Grundschulungsinhalte)

Die Stabilisierungsphase bei der Einführung des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses
Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess lässt sich wie folgt beschreiben: Nicht der kurzfristige Erfolg ist entscheidend, sondern die langfristige Qualität. Wenn die einzige Überlegung ist „Was müssen wir tun, damit unser Unternehmen wirtschaftlich erfolgreicher wird?“, entstehen wenig effektive Konzepte. Ein Kunde erwartet Qualität, und das jeden Tag auf’s Neue. Es muss also weniger der Profitgedanke, sondern tatsächlich ein Qualitätsgedanke entstehen, damit sich der KVP Prozess nachhaltig entwickeln kann. Folgende Maßnahmen sollten dazu ergriffen werden:

  • Stetige Optimierung der Ablauforganisation
  • Alle Maßnahmen für den KVP Prozess sowie die erzielten Resultate sollten bspw. an Infotafeln oder durch Aushänge der gesamten Organisation mitgeteilt werden
  • Erfahrungsaustausch durch bereichs- und standortübergreifende KVP Stammtische
  • KVP Moderatoren sollten regelmäßig an Fortbildungen teilnehmen

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Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess nach dem PDCA-Zyklus

Die Umsetzung und Realisierung des KVP Prozesses folgt dem PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) folgt: Die Probleme und Fehler bei Unternehmensprozessen werden beschrieben und ein Projekt- bzw. Qualitätszirkel Team erarbeitet die Problemlösungsmaßnahmen. Diese erarbeiteten Konzepte werden realisiert und das Ergebnis noch einmal einer Prüfung ( bspw. durch Mess- und Informationssysteme ) unterzogen. Falls der gewünschte Erfolg nicht erzielt wurde, beginnt der Zyklus von neuem. Zwar ist die Einführung von KVP im Unternehmen eine äußerst aufwendige Angelegenheit – es wird viel Zeit und Personal benötigt, Motivation und Schulungsmaßnahmen sind erforderlich – jedoch sind die Ergebnisse nicht zu verachten. Im Rahmen einer Studie der Unternehmensberatung Agamus wurden mehr als 100 deutsche Unternehmen zu den Auswirkungen befragt – mit folgenden Ergebnissen bei objektiv messbaren Kriterien:

  Kosteneinsparung durch weniger Verschwendung (98%)
•  Schnellere Durchlaufzeiten führen zur erhöhten Termintreue (94%)
•  Geringere Bestände von Fertigwaren/Rohteilen (80%)
•  Senkung der Nacharbeitsquote (71%)

Zusätzlich wurden Angaben zur erhöhten Mitarbeitermotivation, der allgemeinen Verbesserung der Zusammenarbeit und zur Steigerung des Problem- und Kostenbewusstseins im Unternehmen gemacht. Durch die Mitwirkung der Mitarbeiter bei der Planung und Realisierung von Maßnahmen Kontinuierlicher Verbesserungsprozess, verstärke sich ebenfalls die Identifikation des Einzelnen mit dem Unternehmen. Man sieht also – die zu Anfang erwähnte Befragung der Betriebsräte mit den eher demotivierenden Aussagen kann nun ganz deutlich widerlegt werden. Ein Unternehmen, das sich für die Einführung KVP Prozess entscheidet, profitiert nicht nur wirtschaftlich, sondern verbessert auch nachhaltig das Betriebsklima, da sich jeder Mitarbeiter in den Prozess integriert fühlt und bei der Problem- und Fehlerbehebung aktiv mitwirken kann!

 

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