Viele Unternehmen stehen vor der Frage, wie die
Marktposition gesichert und ausgebaut werden kann. Diese Frage gewinnt vor dem Hintergrund der nachfolgend skizzierten
Markteinflussfaktoren zunehmend an Bedeutung.
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Einführung QM-System ISO 9001:2008
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Eine erfolgreiche Position am Markt nur mit neuen, innovativen Produkten oder Leistungen zu erlangen oder zu sichern, wird - insbesondere wegen kürzerer Innovationszyklen und immer schnellerer Nachahmung durch Mitbewerber - nicht genügen. Anstelle standardisierter Produkte werden
zunehmend anspruchsvolle und individuelle Problemlösungen nachgefragt, die die Entwicklungskosten in die Höhe treiben und das Erfolgsrisiko erhöhen.
Der
Kunde entwickelt sich zunehmend vom traditionellen, markttreuen Verbraucher zum individualistischen , serviceorientierten Kundentyp, er
wird anspruchsvoller und kritischer.
Viele Unternehmen versuchen ihre Marktposition mit der
Reduzierung von Kosten zu verbessern und Preiswettbewerb zu betreiben. Diese Strategie wird vor allem von neu in den Markt eintretenden Unternehmen genutzt.
Was können Unternehmen tun um den oben skizzierten Einflussfaktoren erfolgreich am Markt begegnen zu können?
Sie können die Chancen nutzen und den
Kunden in den Mittelpunkt ihres Wirkens stellen!Aus Kundensicht entscheidet nicht nur die
objektiv erbrachte "bedingungsgemäße" Vertragserfüllung, sondern der erlebte Service und die subjektiv wahrgenommene Servicequalität.
Bei gleichen (Produkt-)Merkmalen und gleichem Preis-Leistungs-Verhältnis dominieren die Kaufentscheidung gerade bei immateriellen Produkten, Werte wie:
»
Vertrauen»
Freundlichkeit»
ZuverlässigkeitGewinnen werden die Unternehmen, die sich in diesem Bereich
Alleinstellungsmerkmale zur Kundenbindung gegenüber den Mitbewerbern schaffen.
Dadurch, dass
Qualitätsmerkmale mit ökonomischen und rechtlichen Forderungen abgestimmt werden müssen, entsprechen sie nicht immer in vollem Umfang den Kundenforderungen. Die Kunst besteht, die Kundenforderungen und die ökonomisch / rechtlichen Forderungen miteinander in Einklang zu bringen. Die Literatur bietet den Unternehmensführungen eine
Fülle von Lösungsansätzen an. Zum Beispiel:
» Kaizen / KVP» TQM - QUALITÄTSMANAGEMENT – Total Quality Management» Geschäftsprozessoptimierung» Business Re-Engineering
Neu am
QM / QUALITÄTSMANAGEMENT ist die noch
konsequentere unternehmensübergreifende und kundenorientierte Sichtweise, die durch laufende Rückkopplung zwischen Kundenerwartungen einerseits und der kontinuierlichen Verbesserung der Geschäftsprozesse und Produkte andererseits erhebliche Nutzenpotenziale erschließt. Unter dem Aspekt des umfassenden Qualitätsmanagement ist die
ständige Qualitätsverbesserung eine Aufgabe, die die Geschäftsleitung als Unternehmensziel vorgeben und verantworten muss. Qualität wird strategisches Unternehmensziel.
Die
Nutzenpotenziale ergeben sich
hauptsächlich aus folgenden Bereichen:
» Erträge aus geringerer Kundenfluktuation durch größere Kundenzufriedenheit, denn es kostet erheblich mehr, einen neuen Kunden zu gewinnen als einen bestehenden Kunden zu halten
» Erzielen von höheren Umsätzen und Erträgen mit
Stammkunden (Cross Selling)
» Empfehlungen zufriedener Kunden bringen zusätzliche Neukunden und Erträge
» Kosteneinsparungen werden durch Verbesserung der Effizienz und
Effektivität der Geschäftsprozesse sowie
geringere qualitätsbezogene Kosten bzw. Fehlerkosten erzielt und schaffen zusätzliche Investitionsfreiräume für weitere Verbesserung der Servicequalität.
Das
Qualitätsmanagement ist kein Projekt mit definiertem Anfangs- und Endtermin, bei dem kurzfristige Erfolge erzielt werden können, sondern ein permanenter Prozess, der von jedem einzelnen in seinem Verantwortungsbereich als Erfolgspotenzial erkannt, ernst genommen und täglich überzeugend gelebt werden muss.
Qualitätsmanagement kann
nur erfolgreich sein, wenn die
obersten Führungsebenen sich
sichtbar, überzeugend und dauerhaft dafür
engagieren.
Wie im Vorfeld beschrieben, kann es kein einheitliches Qualitätsmanagement - System geben. Jedoch wurde in den
60er Jahren erkannt, dass der Bedarf besteht, die r
egional und thematisch unterschiedlichen Anforderungen in einer weltweit anerkannten Rahmenempfehlung für die Ausgestaltung eines QM - QUALITÄTSMANAGEMENT - Systems zu vereinheitlichen. Nach dem Scheitern einer eigenen deutschen Norm, die im Jahre 1979 erschienen ist und sich in der Industrie nicht durchsetzen konnte und deren Entwurf schließlich zurückgezogen wurde, erschien
1987 die
ISO 9000ff-Serie in
deutscher Sprache.
Die Normenreihe wurde sehr skeptisch aufgenommen. Erst die Harmonisierungsbewegungen im Rahmen der EU führten zu einer breiteren Akzeptanz der Norm. Bis zur Herausgabe der ersten ISO 9000ff, bzw. der letztlich gültigen Fassung der
DIN EN ISO 9000:2000 wurden viele Meilensteine durchlaufen.
Durch den historischen Hintergrund der Interpretation von Qualität, dass Qualität immer gleichzusetzen ist mit Produktqualität, wurde oder wird noch immer die
ISO 9000ff, teilweise missverstanden.
Grundsätzlich gilt:
Die Einhaltung der Norm ist kein direkter Nachweis für die Erfüllung der Qualitätsforderung durch das Produkt.Vielmehr ist die
DIN EN ISO 9000ff ein
Modell zur Darlegung des Qualitätsmanagementsystems. Es soll die
Fähigkeit einer Organisation
darstellen, die in der
Norm festgelegten
Mindestanforderungen an ein QM /
QUALITÄTSMANAGEMENT-System erfüllen zu können. Das Vertrauen beim Kunden bezüglich dieser Fähigkeit kann durch
Darlegung des Qualitätsmanagementsystems
gegenüber dem Kunden gebildet werden. Dies kann unter anderem auch durch ein
Zertifikat, das durch eine akkreditierte Zertifizierungsstelle vergeben wird, erfolgen.
Damit ein QM / QUALITÄTSMANAGEMENT-System nach ISO 9001 : 2008 in der Praxis funktioniert, ist sehr darauf zu achten, dass ein
betrieblicher "Maßanzug" geschneidert wird, in dem sich die Mitarbeiter zurechtfinden und den sie mit Leben füllen können, was zu gewichtigen Vorteile führt:
»
Frühzeitiges Erkennen von Fehlern, Schwachstellen und Unzulänglichkeiten
»
Vereinfachung der Einweisung von neuen oder versetzten Mitarbeitern in festgelegte Abläufe und Verfahren
»
Verbesserung der Zusammenarbeit durch geklärte Zuständigkeiten
»
Vermeidung von Doppelarbeit
»
Richtige Zuordnung der Qualitätsprüfungen durch Festlegung der erforderlichen Prüfmaßnahmen an der zweckmäßigsten Stelle im Ablaufverfahren
»
Voraussetzung für eine Anerkennung / Zertifizierung des QM - QUALITÄTSMANAGEMENT - Systems
»
Nachweis der Wahrnehmung der unternehmerischen Sorgfaltspflicht in Haftungsfragen
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Die neue Normenreihe
ISO 9000ff zeigt sehr viel
deutlicher als früher, dass die Einführung eines
QM / QUALITÄTSMANAGEMENT-Systems
nicht nur bedeutet, auf dem
Papier die
Normenanforderungen zu erfüllen, sondern vor allem eine strategische Entscheidung der Unternehmensleitung darstellt. Die Norm basiert auf
8 Qualitätsmanagement - Grundsätzen als Eckpfeiler bzw. Leitlinien für das Handeln des Managements. Drei dieser Grundsätze wollen wir im folgenden skizzieren:
Kundenorientierung ...... bedeutet die
kompromisslose Ausrichtung sämtlicher Aktivitäten und Prozesse eines Unternehmens auf die sich
kontinuierlich wandelnden Wünsche, Anforderungen und Erwartungen der Kunden. Die Orientierung am Kunden hat auch eine innerbetriebliche Dimension. So kann jede nachgelagerte Phase in der Wertschöpfungskette als Kunde der vorhergehenden betrachtet werden, was eine Erweiterung ins innerbetriebliche Kunden-Lieferantendenken ergibt.
Prozessorientierung ...... wird durch die
Etablierung solcher
interner Kunden-Lieferanten-Beziehungen gewährleistet. Die ISO 9001 : 2008 fordert
explizit die Darstellung der "Wechselwirkungen" von Prozessen. Mit voranschreitender Prozessorientierung ist ein
Übergang von einer
funktionalen zu einer prozessorientierten Organisation mit wesentlich stärkerer Betonung der relevanten Geschäftsprozesse möglich.
Kontinuierliche Verbesserung ...... ist als
Grundlage der
Qualitätspolitik bei
allen Mitarbeitern als Geisteshaltung zu verinnerlichen. Dabei wird von der Annahme ausgegangen, dass ein Zustand der
Perfektion und absoluten Fehlerfreiheit eigentlich nie erreicht werden kann, in der Organisation und den betrieblichen Abläufen also immer Verbesserungspotenziale vorhanden sind. Dabei werden Verbesserungen durch ein schrittweises Vorgehen als Ergebnis laufender Bemühungen angestrebt.
ISO 9000 : 2005 Qualitätsmanagementsysteme Grundlagen und Begriffe
ISO 9001 : 2008 Qualitätsmanagementsysteme Forderungen
ISO 9004 : 2000 Qualitätsmanagementsysteme Leitfaden zur Leistungsverbesserung
DIN EN ISO 9000 : 2005
Diese Norm
erläutert grundlegende Qualitätskonzepte und
definiert wichtige Begriffe der Qualitätssicherung und des Qualitätsmanagements. DIN EN ISO 9000 : 2005 ist keine Nachweisstufe für QM / QUALITÄTSMANAGEMENT - Systeme, sondern wird in Verbindung mit einer anderen QM / QUALITÄTSMANAGEMENT-Norm genutzt. Sie gibt neben
Definitionen auch Anleitungen zur Anpassung der Forderungen bezüglich
Darlegungsumfang und -grad.
DIN EN ISO 9001 : 2008
Diese
Norm ist ein
Modell zum
Qualitätsmanagement von Unternehmen mit
eigener Entwicklung, Produktion und Kundendienst. Das Unternehmen
muss nachweisen, dass sein QM / QUALITÄTSMANAGEMENT-System den
Anforderungen der in der
Norm geforderten Elemente in ausreichender Weise Rechnung trägt und kontinuierlich praktiziert wird. Nach dieser Norm erfolgt die Zertifizierung durch die Zertifizierungsgesellschaft.
DIN EN ISO 9004 : 2000
Diese Norm ist ein
Leitfaden zum Aufbau eines betrieblichen Qualitätsmanagementsystems und wird im Zusammenhang mit der
Nachweisstufe DIN EN ISO 9001:2000 angewandt. Sie gibt
Hilfestellung bei der Interpretation verschiedener Begriffe und Ratschläge für die Umsetzung der abstrakten und allgemein gehaltenen Normbegriffe.
ISO 9001 : 2008 und ISO 9004 werden als "zusammengehöriges Normenpaar" bezeichnet.

Abb. I: ISO Konzept und Vokabular